Die Weinprobe ist eine Kunst und zugleich eine
Technik, wir erfassen den Wein mit unseren Sinnen, um ihn zu analysieren,
zu beschreiben, zu qualifizieren und zu klassifizieren. Jeder
Mensch kann ein guter Weinprüfer sein, wenn er die entsprechenden
Kenntnisse erlangt und die Technik richtig versteht. Der Weinprüfer
muss ständig üben, um sein Gedächtnis für
die Sinneseindrücke zu trainieren, die verschiedenen Weinsorten
unterscheiden zu können und das geeignete Wissen zu erwerben,
um die Weine zu kennen und die wahrgenommenen Sinneseindrücke
richtig beschreiben zu können.
Der Weinprüfer muss einige Regeln einhalten,
um die Sinneseindrücke zu dem zu kostenden Wein richtig einschätzen
zu können. Er wird einige Stunden vor der Weinprobe auf Kaffee,
Tee oder Zigaretten verzichten müssen und keine Düfte,
Seifen oder Zahnpastas verwenden dürfen.
Es ist auch zweckmäßig, sich den Mund
mit Wasser auszuspülen und etwas Brot zwischen den einzelnen
Weinproben zu essen.
Die richtigen Bedingungen für den Weinprüfer zu schaffen,
ist für das Gelingen der Weinprobe sehr wichtig. Er sollte
entspannt sein und nicht unter organischen oder psychischen Problemen
leiden, welche die Schwelle seiner sinnlichen Wahrnehmung beeinflussen.
Es sollte ein ruhiger Ort sein, an dem es keine
Gerüche gibt (Wohnung, Weingut etc.) , eine Temperatur zwischen
18 und 22º C herrscht, der ausreichend, bevorzugt durch Tageslicht,
beleuchtet und nicht zu trocken sowie gut belüftet ist.
Der beste Zeitpunkt für eine Weinprobe ist der späte
Vormittag.
Ein leicht zu reinigender Tisch mit einer weißen
Tischdecke und einer tiefen Spuckschale.
Dies alles sollte an einem Ort stehen, der durch
Tageslicht oder eine Halogenlampe ausgeleuchtet ist. Aufgrund
der Verfälschung der Farben ist es nicht ratsam, Glühlampen
oder Leuchtstoffröhren zu verwenden.
Das Glas sollte aus feinem Kristall und kugelförmig sein.
Wir empfehlen das Standardglas für die Weinprobe gemäß
UNE-Normen.
Das Glas darf höchstens zu einem Drittel gefüllt sein
und darf nur am Stiel mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden,
um weder seinen Inhalt zu erwärmen noch die Wahrnehmung zu
stören.
Die Weinprobe erfolgt schweigend und erst am Ende
werden Eindrücke ausgetauscht.
Es ist wichtig, mit den Sinnesorganen zu beginnen, für
die wenig körperliche und geistige Anstrengung erforderlich
ist, und mit denen zu enden, die mehr Aufmerksamkeit und einen
engeren Kontakt zum Wein erfordern. Die Reihenfolge ist Sehsinn,
Geruchssinn und Geschmacks-/Tastsinn.
Es sollten jedes Mal nicht mehr als fünf bis sechs Weine
innerhalb von höchstens einer halben Stunde gekostet werden,
denn Geruchs- und Geschmackssinn werden schwächer..
Zur Temperatur bei der Degustation sollte man
wissen, dass die Weißweine, bei denen man sowohl Frische
als auch Aroma einzuschätzen hat, bei 10-12º C, die
leichten Roséweine bei 12-16º C und die kräftigeren
Roséweine bei 16-18º C, gekostet werden sollten.
Damit die Weinprüfer ihre Beurteilung eines
Weines überdenken, vergleichen und aufbewahren können,
muss es ein für alle einheitliches Verfahren geben, um die
Ergebnisse in Worte zu fassen. Aus diesem Grund verwendet man
die Weinprobekarte.
Es gibt verschiedene Weinprobekarten für unterschiedliche
Weinproben, aber für alle müssen die Bedingungen gelten,
dass sie leicht auszufüllen sind, strenge Bewertungskriterien
haben und der Gruppe, die sie nutzen soll, gut bekannt sind.
Die Gesichtspunkte, die man im allgemeinen bei Weinproben betrachtet, sind:
- Beschreibung des Weines.
- Analysemerkmale.
- Visuelle und, getrennt davon, olfaktorische Reize vor dem Probieren.
- Geschmackliche Reize.
- bleibender Geruchs-/Geschmackseindruck.
- Gesamteindruck zum Wein.
Im Allgemeinen fügt man noch die Uhrzeit der Weinprobe und die Temperatur des Weines hinzu.
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